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Quelle: Artikel aus der Stuttgarter Zeitung v. 6. 9. 2007, Seite 24, Kreis Esslingen

Bachforelle, Schneider, Giebel, D√∂bel, Schmerle und Co. 
Renaturierung der K√∂rschm√ľndung erfolgreich: elf Fischarten dokumentiert - "Hechtle" an der Angel gehabt 
Esslingen/Deizisau. Die vor gut einem Jahr begonnene Renaturierung der Körsch zwischen Deizisau und Esslingen zeitigt erste Erfolge. Das Regierungspräsidium hat elf Fischarten nachgewiesen, die den Weg vom Neckar stromaufwärts in die Körsch gefunden haben.

Von Wolfgang Berger

Vor 20 Jahren ist die K√∂rsch in einem ziemlich trostlosen Zustand gewesen. Kl√§ranlagen der Anrainergemeinden erf√ľllten ihren Zweck nicht oder nur unzul√§nglich. Es gelangten Abw√§sser in die K√∂rsch, der Fluss verwandelte sich in eine faulige Schlammbr√ľhe. "Wenn man fr√ľher einen Stein umgedreht hat, war er schwarz", veranschaulicht Hubert Wnuck von der Fischereibeh√∂rde im Regierungspr√§sidium den Schlam(m)assel der 1980er Jahre.
Verglichen mit damals ist die K√∂rschm√ľndung heute trotz der B 10 eine Naturidylle, wie bei einer Vor-Ort-Begehung mit Gottfried Welz und Rudi Wagner vom Fischereiverein Esslingen deutlich wird. Wagner, im Verein Beauftragter f√ľr Fischerei und Gew√§sserschutz, macht die Probe aufs Exempel, fischt einen Stein aus dem Wasser und wendet ihn. Dass ihnen von der Unterseite mehrere Bachflohkrebse entgegenkrabbeln, l√§sst die Herzen der Angler h√∂her schlagen. Schlie√ülich bildet der kleine Gesell zusammen mit den an der K√∂rsch ebenfalls wieder vermehrt auftretenden Insekten und Insektenlarven die Nahrungsgrundlage f√ľr viele Fischarten, die Bachforelle zum Beispiel. "Rein von der Anzahl der N√§hrtiere her steht die K√∂rsch top da", meint Gottfried Welz.

Bei einer Elektrobefischung im oberen M√ľndungsbereich von K√∂rsch und Neckar zwischen Deizisau und Esslingen hat die Fischereibeh√∂rde im Regierungspr√§sidium auf einem 70 Meter langen Abschnitt deshalb in diesem Fr√ľhjahr nicht nur f√ľnf Bachforellen entdeckt, auch Schmerlen, Gr√ľndlinge, D√∂bel, Giebel, Hasel, Schneider, Lauben, Rotaugen, Barben und Elritzen landeten zu Dokumentationszwecken im Kescher.

Dass elf Fischarten und der Laich dieser Fische nachgewiesen werden konnten, liegt Hubert Wnuck zufolge an der inzwischen wieder guten Wasserqualit√§t. Es h√§ngt aber auch mit der Renaturierung der K√∂rsch zusammen, die im vergangenen Sommer begonnen worden ist und offensichtlich erste Fr√ľchte tr√§gt. Auf einer L√§nge von 350 Metern ist f√ľr 600 000 Euro - das Geld floss aus dem der neuen Messe auferlegten Ausgleichstopf - das 2300 Tonnen schwere Betonkorsett zertr√ľmmert worden, in das die K√∂rsch gezw√§ngt worden war. Dort, wo fr√ľher das Wasser in den Neckar schoss und Fische keine Chance hatten, den Zufluss hinaufzuwandern, hat das Stuttgarter B√ľro Geitz und Partner eine Bachlandschaft gestaltet, in der sich Passagen, in denen das Wasser schnell flie√üt, mit solchen abwechseln, in denen es sanft dahinpl√§tschert.

Dass die Fische die K√∂rsch im M√ľndungsbereich so rasch erobern w√ľrden, ist laut Wnuck nicht zu erwarten gewesen. Denn die "naturnahe Umgestaltung der K√∂rschm√ľndung" ist noch nicht einmal ganz abgeschlossen. An der geplanten Flachwasserzone direkt an der M√ľndung sind die Landschaftsarchitekten derzeit noch zugange.
Am Fischnachweis sind indessen nicht nur die Elektrofischer vom Regierungspr√§sidium beteiligt, sondern auch die Angler des Esslinger Fischereivereins. Welz berichtet von einem Mitglied, das vor zwei Wochen in einem Gumpen zwischen Deizisau und Denkendorf ein etwa 15 Zentimeter kleines "Hechtle" an der Angel hatte. F√ľr die Fischer eine sensationelle Nachricht - so elektrisierend wie die Begegnung mit einem Zitteraal.

(Quelle/Abdruck/Scan): Stuttgarter Zeitung vom 6.9.2007, Seite 24

Rudi Wagner und Gottfried Welz vom Fischereiverein Esslingen freuen sich √ľber Bachflohkrebse an den Unterseiten der Steine. (Quelle/Foto: Stz/Horst Rudel)